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Warum sind Sie dipl. Radiologiefachperson?

Die Arbeitsmarktanalyse 2020 hat die SVMTRA mit vielen Resultaten versorgt, die zum einen viele bereits bestehende Vermutungen bestätigen, zum anderen aber auch überraschend erfreuliche Aussagen machen. Dennoch sind im Vergleich mit den Resultaten aus dem Jahr 2011 tendenzielle Entwicklungen im Arbeitsmarkt feststellbar, mit denen sich die Radiologiefachpersonen langfristig auseinandersetzen müssen.

Zu Jahresbeginn wurden alle Radiologiefachpersonen in der Schweiz dazu aufgerufen, sich an der Arbeitsmarktanalyse 2020 in Form eines Online-Fragebogens zu beteiligen. Ziel dieser Umfrage war es, den Ist-Zustand des Arbeitsmarktes der dipl. Radiologiefachpersonen HF/FH zu analysieren. Insgesamt wurde dieser Fragebogen von 907 Personen vollständig ausgefüllt. Zusätzlich wurde auch ein Online-Fragebogen an die leitenden Radiologiefachpersonen versandt, der von 85 Personen vollständig ausgefüllt wurde. Eine solche grossangelegte Arbeitsmarktanalyse wurde bereits einmal im Jahr 2011 durchgeführt, wodurch nun diese Ergebnisse verglichen und analysiert werden konnten, um die Entwicklungen des Arbeitsmarktes für Radiologiefachpersonen zu identifizieren.

Was an sich nicht überrascht, aber für den Beruf der dipl. Radiologiefachperson HF/FH spricht, ist die Länge der beabsichtigten Verweildauer der Befragten an ihrer Arbeitsstelle. Mehrheitlich gaben die Radiologiefachpersonen an, dass sie sechs Jahre oder länger in ihrer aktuellen Stelle verbleiben wollen. Frauen haben zudem signifikant häufiger angeben, dass sie sich vorstellen können, ihren Arbeitsplatz für die nächsten zehn Jahre oder gar länger beizubehalten. 

Dazu haben über die Hälfte der Befragten angegeben, dass sie bereits seit fünf Jahren oder länger an ihrer derzeitigen Arbeitsstelle beschäftigt sind. Jede vierte Person ist sogar seit über zehn Jahren beim selben Arbeitgeber. Dies weist darauf hin, dass die Radiologiefachpersonen in der Schweiz eine gewisse Arbeitsplatzsicherheit geniessen. Diese Aussage wird zudem durch den Umstand bekräftigt, dass die überwiegende Mehrheit (knapp 90% der Befragten) bisher keine Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit gemacht haben. 

Für den Verbleib auf dem Beruf und der Arbeitsstelle haben sich vier Gründe herauskristallisiert, die überwiegend positiv bewertet wurden. Am meisten geschätzt wird der gute Teamgeist in den Radiologieabteilungen. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre und der persönliche Austausch mit Arbeitskolleg*innen ist also ein zentrales Element des Arbeitsalltags der Radiologiefachpersonen. Weitere zentrale Gründe sind die technischen Einrichtungen der Institution, der Arbeitsinhalt an sich sowie der Grad an Autonomie in der eigenen Arbeitsgestaltung. Alle diese Aspekte wurden von den Befragten mit einem lobenden «sehr zufrieden» gekrönt. Dies zeichnet ein attraktives Bild des Arbeitsalltages der Radiologiefachpersonen in der Schweiz.

Diese Ergebnisse sind nur ein Auszug all der Erkenntnisse aus der Arbeitsmarktanalyse 2020, die nicht nur ein positives Bild der Arbeitsmarktsituation zeichnen. So sind beispielsweise im Vergleich zur Arbeitsmarktanalyse aus dem Jahr 2011 Tendenzen einer erhöhten Arbeitsbelastung sowie unzureichende Laufbahnperspektiven feststellbar. In Kombination mit dem rapiden technologischen Fortschritt von Hightech-Geräten, Entwicklungen zum Einsatz von künstlicher Intelligenz und dem Vordringen von Nicht-Radiologiefachpersonen in den Abteilungen, werden langfristig neuen Lösungsansätze und Reformen gefragt sein, um den Beruf der dipl. Radiologiefachperson HF/FH auch langfristig attraktiv halten zu können. 

Mehr dazu erfahren Sie in der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift SVMTRA aktuell im August 2020, in der ein erster ausführlicher Bericht über die Ergebnisse publiziert wird.