Informationen zur Erarbeitung des Berufprofiles

Kontext

Die letzten Jahre waren für unseren Beruf durch eine schnelle Entwicklung in vielerlei Hinsicht gekennzeichnet: In erster Linie haben neue Aufgaben und neue Rollen mit zweifellos neuen Verantwortungsbereichen die Arbeit einer überwiegenden Zahl von MTRA-Fachleuten spürbar verändert. Zweitens führte eine umfassende Überarbeitung der Berufsausbildung dazu, dass es nunmehr in der deutschsprachigen Schweiz und im Tessin einen Ausbildungsgang mit dem Niveau Höherer Fachschulen (ES) sowie in der französisch sprechenden Schweiz einen Ausbildungsgang mit Fachhochschul-Niveau (HES) gibt.

Allgemein betrachtet sind diese Veränderungen von grosser Bedeutung, weil nicht nur unser Beruf durch die Weiterentwicklung der Kompetenzen und Aufgabenbereiche der MTRA zunehmend ein neues Gesicht erhält, sondern auch deshalb, weil die neuen Bildungsgänge unseren «jungen» Kollegen die Möglichkeit geben, mit den immer weniger vorhersehbaren Situationen in neuen Arbeitszusammenhängen besser umzugehen.

Wenn man versucht, diese Veränderungen zu analysieren und konkrete Darstellungen vorzunehmen, so stellt man im Hinblick auf die Ausbildung fest, dass mehrere Referenzdokumente vorhanden bzw. in der letzten Phase ihrer Ausarbeitung sind: Unterrichtsrahmenplan der Höheren Fachschulen (ES) und Fachhochschulen (HES), Ausbildungsprofil, usw. Im Gegenzug dazu ist für die praktische Berufsausübung jedoch nichts Neues oder wirklich Zutreffendes verfügbar. Dies stellt ein echtes Problem dar, weil eine gute Wahrnehmung des Berufes sowohl für die MTRA-Fachleute selbst als auch für jede andere berufsfremde Person oder Einrichtung spürbar fehlt. Aus diesem Grund hat die Berufsbildungskommission der SVMTRA beschlossen, mit dem Entwurf eines Berufsbildes auf nationaler Ebene zu starten, dem das Zentralkomitée formell zugestimmt hat.

Aufwand und Einsatz

Die Ausarbeitung eines Berufsbildes ist nicht nur finanziell gesehen ein kostspieliges Unternehmen, sondern auch hinsichtlich der Zeit und der Anstrengungen, die dies von zahlreichen Fachleuten und Anwärtern für MTRA und den Institutionen (siehe weiter unten) fordert. Bei dieser Investition müssen daher Aufwand und Einsatz den angestrebten Zielen gegenübergestellt werden:

  1. Für die MTRA geht es darum, dem Beruf in der Schweiz und im Ausland eine Wahrnehmung zu verschaffen und es den Fachkräften für MTRA der gesamten Schweiz zu ermöglichen, sich mit einer einheitlichen Darstellung des Berufes zu identifizieren und sich ein Referenzinstrument zunutze zu machen.
  2. Für die Schulen und Berufsbildungsinstanzen wird dieses Berufsbild die Weiterentwicklung von bestehenden Ausbildungsprogrammen in Abstimmung mit den praktischen Anforderungen «vor Ort» erleichtern und dazu beitragen, die Weiterbildungsangebote besser zu sondieren.
  3. Letztendlich wird dies eine Gelegenheit für unsere Vereinigung sein, ihre Mitglieder verstärkt zu unterstützen, indem ein dynamisches und föderatives Instrument zur Verfügung gestellt wird. Gleichzeitig wird SVMTRA über eine zusätzliche Referenz verfügen, die für ihre politischen Aktionen nützlich sein wird.

Der Prozess

Es schien klar auf der Hand zu liegen, dass der Entwurf dieses Berufsbildes im Hinblick auf den zu erwartenden Nutzen eine dringliche Angelegenheit war, besonders in Bezug auf die bereits laufenden Projekte wie die Neubewertungen der Gehälter in mehreren Kantonen. Laut Planung ist der Abschluss der Arbeiten bis Ostern 2008 vorgesehen. Das bedeutet, dass die betreffenden Institutionen und Personen nach Beendigung des Sommers herangezogen werden.

Die grundlegenden Bestandteile hinsichtlich der Aufstellung dieses Berufsbildes können folgendermassen zusammengefasst werden:

  1. Zwölf Institutionen sind Partner des Projekts (sieben deutschsprachige, vier französischsprachige und eine aus dem Tessin). Diese Institutionen repräsentieren unterschiedliche Berufszweige und verschiedene Arten von Institutionen (private, öffentliche, akademische).
  2. Jede Institution stellt zwei erfahrene MTRA-Fachleute zur Verfügung, die an Workshops teilnehmen, um das berufliche Betätigungsfeld, die Kompetenzen der MTRA und die Berufskonzepte zu beschreiben. Parallel dazu wird eine Fachkraft für MTRA von jeder Einrichtung benötigt, um die institutionellen und organisatorischen Zusammenhänge sowie die zukünftigen Perspektiven festzulegen.
  3. Eine Fachkraft für MTRA ist während des ganzen Prozesses als Berater und Vermittler zugegen, um von einem streng fachlichen Standpunkt aus einen kohärenten Verlauf in seiner Gesamtheit zu garantieren.
  4. Letztlich überwacht ein Steuerungskomitée den reibungslosen Ablauf der Massnahmen, womit das Institut Réseau emploi-formation” («Netzwerk für Ausbildung und Anstellung») betraut wurde. Dessen Tätigkeit besteht hauptsächlich darin, den Organisationen aus der Arbeitswelt Unterstützung im Management ihrer Berufsgruppen anzubieten. Das «Réseau emploi-formation» hat bereits die Ausarbeitung von Berufsbildern geleitet und bringt somit erprobte Methoden ein.

Schlussfolgerung

Am Ende dieses Prozesses rechnen wir damit, nicht nur über ein passendes Berufsbild zu verfügen, welches den Beruf der Fachkraft für MTRA in der Schweiz bestens repräsentiert, sondern auch über ein dynamisches Instrument, das im Laufe der Jahre weiterentwickelt werden kann. Tatsächlich wird das Berufsbild anhand eines verbrieften Dokuments die Gelegenheit bieten, auf der Internetseite der SVMTRA ein für alle seine Mitglieder zugängliches Portal zu schaffen. Desgleichen wünschen und hoffen wir, dass das ursprünglich zwischen den zwölf Partnerinstitutionen geknüpfte berufliche Netz weiter bestehen bleiben und sich entwickeln wird.